Die Chromatische Harfe

Als die Musik mit der Spätrenaissance zunehmend chromatisch wurde, konnte die diatonisch gestimmte Harfe mit dieser Entwicklung, die ja bis heute anhält, nicht mehr Schritt halten. Es wurden und werden immer wieder Versuche unternommen, die Harfen an diese neuen Verhältnisse anzupassen. So gab es im Barock die zwei- und dreireihigen Harfen, die Hakenharfen entstanden, um 1720 wurde die einfache Pedalharfe, knapp 100 Jahre später die Doppelpedalharfe erfunden. Alle diese Harfen versuchten, die Saitenebene als solche zu erhalten bzw. zu verdoppeln oder zu verdreifachen; immer parallel zu einander. Vom Beginn dieser Entwicklung an gab es aber auch schon Harfen, bei denen die diatonische Reihe von einer zweiten, pentatonischen durchkreuzt wurde. Auf diese Weise war es möglich, über den ganzen Spielbereich die Halbtöne, die in der diatonischen Reihe nicht vorhanden waren, mit beiden Händen und ohne durch eine Saitenreihe hindurchgreifen zu müssen, zu erreichen.
Dieses System, das es neben all' den anderen Harfentypen bis heute gibt, hat aber einen entscheidenden Nachteil. Da es sich nach wie vor an der diatonischen C-Dur-Reihe orientiert, wird das Spielen zunehmend schwieriger, je weiter sich die Musikstücke von dieser Tonart entfernen.

1997 trat der Harfenspieler Christoph Pampuch mit der Bitte an uns heran, ihm eine Harfe zu bauen, die nicht größer als unsere Böhmische Harfe, aber mit 58 sich abwechselnd kreuzenden Saiten bespannt sein sollte. Mit diesem Konzept der Bespannung, bei dem sich zwei 6-Tonreihen kreuzen und so die 12 chromatischen Töne einer Oktave bilden, ist jede herkömmliche Bevorzugung von Tonarten aufgehoben und alle Töne stehen gleichberechtigt nebeneinander.
Wir nahmen die Herausforderung an und es entstand eine vollkommen neue Harfe, die es bis dahin in der Geschichte erst ein einziges Mal gegeben hat (1845), und die damals nicht verkauft werden konnte.
Unterdessen haben schon einige Musiker, -vom Liebhaber alter Musik, über den Jazzer bis hin zur Improvisationskünst-lerin-, Interesse an dieser Harfe gefunden und sich an das Erlernen dieses neuen Instrumentes gewagt, um sowohl alte, als auch neue Musik darauf zu machen.

 

 

Seit Juni 2008 ist die Verbindung vom Hals zum Korpus in der gleichen Art und weise wie bei unseren Böhmischen Harfen gestaltet. Diese Verbindung hat sich vor allem für die Baukurse als sehr praktikabel erwiesen, denn das Zusammenbauen der einzelnen Harfenteile wird dadurch sehr erleichtert.

Auf diesem Bild kan man auch gut die gekreuzte Anordnung der Saiten erkennen

 

 

 

 

 

 

Hier noch zwei Detailaufnahmen: Einmal der Hals mit Wirbeln und die Säulenverziehrung, so wie wir sie bei den Harfen machen, die in unserer Werkstatt fertig gebaut werden. Im Baukurs ist diese Art der Verziehrung leider nicht möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Baukurs sind andere Verziehrungsmöglichkeiten gegeben, die ausgefallener, wirksamer und oft auch schöner sind, als das, was wir in unserer Werkstatt unter Kostendruck machen können.

Hier ein sehr ausgefallenes Beispiel von Verziehrungsmöglichkeit im Rahmen eines Baukurses:

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DieseHarfe entstand 1999 in Stoffenried bei Kumbach auf einem Baukurs. Die Harfe ist grün lasiert und zeigt, was bei diesem Harfentyp, der ja eine ganz neue Entwicklung ist, alles möglich ist.

 

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