Die Gotische Harfe

Das gesamte Mittelalter über hatte die Harfe in der weltlichen Musik eine wichtige Funktion sowohl in instrumentalen Gruppierungen, als auch als Begleitinstrument der Barden und Troubadoure. Mit Beginn der Renaissance (in der Musik um die Mitte des 15. Jh.) wurden die bis dahin gebräuchlichen Musikinstrumente verändert -manche verschwanden, viele neue kamen hinzu- um die Klänge des Mittelalters mit Harmonie und Klangreichtum zu verdrängen. Die Harfe war eines der Instrumente, die diesen Wandel nachvollziehen konnten. Der Tonumfang wurde erweitert und die "Schnarrfähnchen", die der Harfe einen lauten, lang nachklingenden, surrenden Ton verliehen, gaben ihr weiterhin eine tragende Rolle als harmonisches Rhythmusinstrument. Erst mit der fortschreitenden Chromatik in der Spätrenaissance kamen weitere Veränderungen hinzu.
Unsere Harfe ist in Form und Größe einem erhaltenen Original vom Beginn des 16. Jh. nachempfunden, das im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg ausgestellt ist.
Um der Harfe ein größeres Klangvolumen zu geben, haben wir vor allem die Bauweise des Korpus verändert. Es ist zwar nach wie vor aus einem Stück Holz ausgehöhlt, aber eine Fichtendecke gibt der Harfe mehr Lautstärke und erlaubt höhere Saitenspannungen. Auch die Saitenabstände der 23 robusteren und weniger stimmungsanfälligen blanken und umsponnenen Kunststoffsaiten sind etwas größer als beim Original. Durch eine spezielle Kante am Hals der Harfe ist es möglich, während des Spielens Halbtöne zu erzeugen, in dem man die Saite an den Hals drückt und sie so etwas verkürzt.