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Die Memling-Fidel
Die Ursprünge der Fidel sind sowohl in Zentralasien, als auch im arabischen Raum zu finden. Vorläufer gelangten über die alten Handelswege aus Asien einerseits und die Kreuzritter und
Venezianische Kaufleute andererseits nach Zentral-europa. Aber auch die Mauren, die Spanien eroberten, brachten fidelähnliche Instrumente wie das Rabab mit.
Die ersten Fideln hatten verschiedenste Formen, unterschiedlich viele Saiten und wurden mit Melodie- und Bordunsaiten, die, nebeneinander liegend, gleichzeitig angestrichen werden konnten,
für die damals übliche Bordunmusik verwendet. Das Korpus war anfänglich aus einem Stück Holz ausgehöhlt und bildete mit dem Hals eine Einheit. Erst ab dem 14. Jh. begann man damit, es aus
einzelnen Teilen zusammenzuleimen und gelegentlich auch zugunsten eines solistischen Melodiespiels auf die Bordunsaiten zu verzichten.
Unsere Memling-Fidel ist der Nachbau eines Fideltypus, der auf verschiedensten Gemälden des flämischen Malers Hans Memling (ca.1440-1494) zu sehen ist. Alle abgebildeten Instrumente sind
so detailliert gemalt, daß man als Instrumentenbauer Rückschlüsse auf Bauform, Größe und Spielart ziehen kann, die eine Rekonstruktion ermöglichen.
Hals und Korpus unserer Fidel sind aus einem Stück gefertigt, der Klangkörper ist von vorne her ausgehöhlt und wird mit einer Fichtendecke geschlossen. Die 4 Saiten haben die gleiche Stimmung
und schwingende Länge (Mensur) wie heutige Geigen, so daß dem Spieler die Umstellung auf dieses alte Instrument nicht schwer fällt.
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