Chromatische Harfe

58 Saiten, Stimmung C - a'''      
Silberumsponnene und blanke Kunststoffsaiten      
ca. 1,30 m hoch, Gewicht ca. 7 Kg.      
Verwendete Hölzer: Kirschbaum, Fichte      
       
Preis Fertiginstrument:  
 2.490,-  

Preis für Material im Baukurs:
Zuzüglich Kursgebühr, Unterkunft und Verpflegung   


 990,-
 
       
Passende Transporttasche:  210,-  


     
  • Der Bau dieser Harfe ist sehr arbeitsintensiv
    und so ist im Baukurs aus zeitlichen Gründen
    das komplette Besaiten und Stimmen des
    Instrumentes nicht immer vollständig möglich.
     
Zum Klangbeispiel …      

 

Die Chromatische Harfe, wie wir sie bauen, ist im Vergleich zu anderen Chromatischen Harfen etwas Besonderes, denn die 58 Saiten sind so angeordnet, daß sie sich abwechselnd kreuzen, wie man das vom Hackbrett her kennt. Diese Art der Bespannung bevorzugt keine Tonart mehr als eine andere und ist darum sowohl für alte Harfenliteratur, als auch für modernere Kompositionen geeignet. Mit ihrer geringen Höhe von ca. 1,30 m und ihrem geringen Gewicht von ca. 7 Kilo, ist sie leicht transportierbar.

Als die Musik mit der Spätrenaissance zunehmend chromatisch wurde, konnte die diatonisch gestimmte Harfe mit dieser Entwicklung, die ja bis heute anhält, nicht mehr Schritt halten. Es wurden und werden immer wieder Versuche unternommen, die Harfen an diese neuen Verhältnisse anzupassen. So gab es im Barock die zwei- und dreireihigen Harfen, die Hakenharfen entstanden, um 1720 wurde die einfache Pedalharfe, knapp 100 Jahre später die Doppelpedalharfe erfunden. Alle diese Harfen versuchten, die Saitenebene als solche zu erhalten bzw. zu verdoppeln oder zu verdreifachen; immer parallel zu einander. Vom Beginn dieser Entwicklung an gab es aber auch schon Harfen, bei denen die diatonische Reihe von einer zweiten, pentatonischen durchkreuzt wurde. Auf diese Weise war es möglich, über den ganzen Spielbereich die Halbtöne, die in der diatonischen Reihe nicht vorhanden waren, mit beiden Händen und ohne durch eine Saitenreihe hindurchgreifen zu müssen, zu erreichen. Dieses System, das es neben all' den anderen Harfentypen bis heute gibt, hat aber einen entscheidenden Nachteil. Da es sich nach wie vor an der diatonischen C-Dur-Reihe orientiert, wird das Spielen zunehmend schwieriger, je weiter sich die Musikstücke von dieser Tonart entfernen.

1997 trat der Harfenspieler Christoph Pampuch mit der Bitte an uns heran, ihm eine Harfe zu bauen, die nicht größer als unsere Böhmische Harfe, aber mit 58 sich abwechselnd kreuzenden Saiten bespannt sein sollte. Mit diesem Konzept der Bespannung, bei dem sich zwei 6-Tonreihen kreuzen und so die 12 chromatischen Töne einer Oktave bilden, ist jede herkömmliche Bevorzugung von Tonarten aufgehoben und alle Töne stehen gleichberechtigt nebeneinander. Wir nahmen die Herausforderung an und es entstand eine vollkommen neue Harfe, die es bis dahin in der Geschichte erst ein einziges Mal gegeben hat (1845), und die damals nicht verkauft werden konnte. Unterdessen haben schon einige Musiker -vom Liebhaber alter Musik, über den Jazzer bis hin zur Improvisationskünstlerin- Interesse an dieser Harfe gefunden und sich an das Erlernen dieses neuen Instrumentes gewagt, um sowohl alte, als auch neue Musik darauf zu machen.

Klangbeispiel